Vorstand im Bereich Finanzen „Ich bin in Taiwan geboren, habe die amerikanische Staatsangehörigkeit und wohne seit sieben Jahren in Deutschland. Im Jahr 2000 schloss ich mein Studium der Volkswirtschaft und des Finanzwesens an der New York University ab. In Deutschland bin ich im Bereich der Finanzdienstleistungen beschäftigt gewesen. Vor zwei Jahren zog ich nach Stuttgart und entdeckte das Eltern-Kind-Zentrum im Stadtteil West. Seit dieser Zeit bin ich ein Stammgast und ein begeistertes Mitglied dieser Familienselbsthilfe-Einrichtung. Ich bin überzeugt von der Nachbarschaftskultur und der Familiennähe des Eltern-Kind-Zentrums, von der Leidenschaft und dem guten Willen aller, die dahinter stehen und sich dafür einsetzen. Als Vorstand habe ich kandidiert, weil ich einfach dankbar bin für die Unterstützung, die mir das EKiZ bisher geboten hat. Vor kurzem erst bin ich Mutter einer kleinen Tochter geworden, meines 2. Kindes. Im EKiZ bin ich damit in bester Gesellschaft. Ich kann meine Kinder hier betreuen lassen und mitarbeiten. So unterstütze ich seit einiger Zeit mit meinem Wissen die Geschäftsführung im Bereich Finanzen und gebe etwas von dem zurück, was ich hier bekomme.
Vorstand im Bereich Presse- und Öffentlichkeits-arbeit, Fundraising Um es vorweg zu sagen: „Ich mach’ es nicht für meine „Ehre“ und ein neues „Amt“ brauche ich auch nicht, um glücklich zu sein. Als Leiterin der Geschäftsstelle Mütterforum, dem Vernetzungsknoten der 50 Mütter- und Familienzentren in Baden-Württemberg, habe ich vier Tage pro Woche - halbtags - gut zu tun. Das EKiZ ist ein Mitglied im Landesverband Mütterforum. Mein Lieblings-Mitglied. Zu meinen hauptberuflichen Aufgaben gehören der Mit-gliederkontakt und die Mitgliederunterstützung, zusam-men mit den Vorständen des Mütterforums. Außerdem bereite ich die Vernetzungstreffen der Mit-glieder vor und nach. Ich arbeite in politischen Gremien des Landesfamilienrates mit, bereite Gespräche mit Entscheidungsträgern aus der Verwaltung, Politik und Wirtschaft vor und pflege die Verbindung zu diesen für uns wichtigen Personen. Unsere Verbandzeitung Weitblick könnt Ihr über www.muetterforum.de herunterladen. Mein Job ist viel mehr ist als ein Beruf, weil er mich dazu beruft, in Bewegung zu sein für die Bewegung der Mütterzentren. Zusammen mit unserer „Lobbyistin“ Andrea Laux und Frauen aus dem EKiZ habe ich mich dabei auch schon manches Mal aus dem Ländle hinausbewegt, sprich, war international in Sachen Mütterzentren unterwegs. Wir haben präsentiert, dokumentiert, Aufbauhilfe geleistet und das „Produkt“ Mütterzentren gut „ver-kauft“. Mein Mütterforums-Arbeitsplatz ist in „Himmel & Erde“, dem EKiZPlanungs- Kopierer-Fax-Drucker-Durchgangs-Büro. Ich sitze mittendrin im Mütterzentrumsgesche-hen. Ich bin also mit den drei Geschäftsführerinnen des EKiZ auf Augenhöhe. Deshalb bekomme ich mit, was gut läuft und was weniger gut, wo Mithilfe nötig ist und auch mein Wissen gefragt ist, damit das EKiZ weiter kommt. Gelegentlich habe ich schon meine professionelle „Schreibe“ fürs EKiZ zum Einsatz gebracht und meine Pressekontakte genutzt. Ich organisiere mal das eine oder andere und bin vor allem gerne im Dialog mit Alltagsexpertinnen, Fachkräften und den Bewohnern des Hauses. Die EKiZAktiven kennen mich und ich sie haben mich – trotz Abwesenheit bei der Wahl – als Vorstand ausgesucht. Für dieses Vertrauen sage ich Euch herzlich „Danke“. Für 2011 haben wir viel auf dem Plan. Die Förderung aus dem Bundes-Aktionsprogramm Mehrgenerationen-häuser läuft im nächsten Herbst aus. Dann fehlt Geld für die guten EKiZ-Projekte, die Jung und Alt miteinander in Berührung bringen. Wir müssen dieses Geld beschaffen. Beim „Wie?“ braucht es die Struktur, die Ideen, die Kontakte und die beruflichen und sozialen Fähigkeiten derjenigen, die sich dafür als Fundraising-Gruppe stark machen. Ich stelle mir vor, hier mitzumachen. Das große Fest zum 25. Jubiläum steht an. Wir feiern es nach den Sommerferien 2011 vom 19. bis 23. September der Woche des Bürgerschaftliches Engage-ments, kurz BE. Das passt thematisch hervorragend, weil im EKiZ vieles nicht möglich wäre ohne das „BE“ der Verantwortlichen. Auch ich möchte mithelfen, dass zum Beispiel Geldbeschaffung, große Feste, und Gene-rationenprojekte so gelingen, das wir damit weitere Weichen für die Zukunft des EKiZ stellen. Je mehr denkende Köpfe und helfende Hände solche und andere Projekte auf sich vereinen, desto weniger belasten sie den Einzelnen, und umso mehr bereichern sie uns alle. Uns alle, die wir mit dem EKiZ eine leben-dige und beliebte Nachbarschaftskultur im Stutt-garter Westen pflegen und erhalten wollen. Im Team arbeiten wir neuen Vorstände nun mit den erfahrenen Vorstän-den und den Geschäftsführerinnen gemeinsam daran. Individuell kann sich jede in ihrer Aufgabe für sich weiterentwickeln. Beides lässt sich mit der Vorstands-arbeit verwirklichen. Auch deshalb bin ich dabei.
Vorstand im Bereich EKiZ-Kinderhaus Ich habe das EKiZ 1995 kennengelernt, als ich mit meinem Sohn zum Singen hierhin kam. Ich bin in Prag geboren und in Tschechien als Kinderzahnärztin ausgebildet worden. Leider hatten manche Kinder dort Angst vor mir, weil sie eben Angst vor dem Zahnarzt haben, egal wie behutsam ich mit ihnen umging. Umso mehr genieße ich es jetzt in meiner Funktion als Leiterin des EKiZKinderhauses, dass die Kinder gerne mit mir zusammen sind. Als Vorstand engagiere ich mich bereits seit vielen Jahren für das EKiZ, weil mir die Entwicklung dieses Mütterzentrums am Herzen liegt. Ich kann dafür im Bereich der Kinderbetreuung eine Menge tun und trage Neuerungen gemeinsam mit meinem Team gerne mit. Wie zum Beispiel das 2001 eingeführte und innovative Platz-Sharing, bei dem sich mehrere Kinder einen Kita-Platz teilen. Seit Herbst 2009 bietet das EKiZ in regelmäßigen Abständen eine Betreuung übers Wochenende an. Unsere Samstags-betreuung in Kooperation mit und bei Spielwaren Kurtz hat sich an Stuttgarts Marktplatz seit März dieses Jahres gut etabliert. Und nicht zuletzt sind wir alle sehr stolz auf unsere jüngste Kindertages-Einrichtung, das „Lummerland“ in der Schlossstraße. Wir betreuen dort seit September 25 Kinder im Alter von 1 bis zu 6 Jahren. Auch hier bewährt sich das flexible Platz-Sharing, das die Betreuungskapazität erhöht. Was der Stadt zu Gute kommt, die ja dringend mehr Betreuungsplätze bieten muss, dient unserem guten Ruf als Einrichtung, in der kleine Kinder liebevoll und professionell betreut werden. Uns freut es aber vor allem für die Familien, denen wir unsere Angebote machen können. Noch mehr Kinder werden damit von Klein auf in Gemeinschaft und in nachbarschaftlichen Bezügen miteinander groß. Die Eltern erhalten die nötige Rückendeckung, um zum Beispiel Familien- und Berufsleben besser zu vereinbaren. Als Mitarbeiterin mit sogenanntem Migrationshinter-grund gefällt mir am EKiZ außerdem besonders gut, wie multikulturell es ist. Hier begegnen sich die Nationalitäten, sie arbeiten zusammen, sie können sich aufgehoben fühlen.
Vorstand im Bereich Struktur und Personal-Coaching „Ich habe im Jahr 1989 Andrea Laux und das EKiZ kennengelernt, als ich mit meinem Sohn eine Mutter-Kind-Gruppe besuchte. In dieser Zeit habe ich viel vom EKiZ bekommen. Die Verbindung zu anderen Müttern, die Hilfe von den spezialisierten Frauen die damals, wie auch heute noch sehr viel ehrenamtlichen Einsatz leisteten, und nicht zuletzt viele Freundinnen, mit denen ich immer noch Kontakt pflege. In den gesamten 21 Jahren habe ich zum EKiZ immer eine besondere Beziehung gehalten. Ich habe Freundinnen getroffen, unzählige Homöopathie- Kurse für junge Mütter durchgeführt und viele tolle Veranstaltungen mitgemacht. Da meine beiden Kinder jetzt groß und selbstständig sind und ich jetzt nur noch für mich alleine Geld verdienen muss, kann ich es mir zeitlich wieder leisten, auch ehrenamtlich zu arbeiten. Und meine 20jährige Verbundenheit mit dem EKiZ ist eine gute Voraussetzung, um mich als Vorstand nützlich zu machen.“
Vorstand mit Bereich Anerkennungskultur, Personalentwicklung „Ich bin schon seit 10 Jahren Vorstand im EKiZ. In dieser Funktion nehme ich mich hauptsächlich der Fragen an, die mit dem Personal zusammenhängen. Im EKiZ arbeiten Hauptamtliche und Ehrenamtliche zusammen. Die einen bekommen ein kleines Gehalt für ihre Arbeit, die anderen sogenannte Aufwandsentschädigungen. Manche engagieren sich gänzlich unentgeltlich. Das erfordert oft mein Fingerspitzengefühl hinsichtlich der Wertschätzung insbesondere dieser ehrenamtlich Tätigen. Die Wertschätzung jeder der hier geleisteten Tätigkeiten gehört zur Philosophie der Mütterzentren wie dem EKiZ. Für diejenigen, die wir nicht mit Geld bezahlen können, haben wir also andere Formen der Anerkennung. Sie bekommen zum Beispiel Gutscheine für den Mittagstisch oder die Getränkepauschale. Oder sie können unsere Entspannungsangebote vergünstigt oder kostenfrei nutzen und erhalten zuweilen ein kleines Geschenk. Außerdem nehme ich mir in meinen monatlichen Sprechstunden persönlich Zeit für die Mitarbeiter/innen. Ich höre mir ihre Sorgen und Nöte an, wir besprechen gemeinsam, was Ehrenamt heißt und welche Ziele sich für jede/jeden damit verwirklichen lassen. In diesem Zusammenhang finden wir zum Beispiel auch heraus, welche Aufgaben hier im EKiZ zu den Fähigkeiten passen, die der Ehrenamtliche mitbringt. Wo macht das Engagement des Ehrenamtlichen Sinn? Wo unterstützt sie oder er das EKiZ tatsächlich? Wo dient der Einsatz der beiderseitigen Weiterentwicklung? Was muss eventuell geändert werden? Ich selbst habe mir in meiner langjährigen Arbeit für das EKiZ und im Zusammensein mit den Aktiven die Möglichkeit geschaffen, mich in Deutschland heimisch zu fühlen. Ich bin gebürtige Russin. Im EKiZ treffen sich Menschen aus vielen Kulturen, mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund, die zahlreiche Sprachen sprechen. Das Gefühl der Zugehörigkeit, das ich für mich durch das EKiZ erreicht habe, möchte ich auch anderen Zugezogenen vermitteln, indem ich mich ihnen ehrenamtlich widme. Dieses sind Ziel und Aufgabe, die sich mit meiner Vorstandstätigkeit verbinden.“
Kennt Ihr Ilona Dobrösy? Wer Montagvormittag ins Öffentliche Wohnzimmer kommt, bleibt gerne da, denn es ist Backtag im EKIZ. Ein Sinneserlebnis, das wir alle Dir, Ilona Dobrösy, zu verdanken haben. Du hast das EKiZ schon im Jahr 2000 kennengelernt, denn da ist Dein Sohn Finegan geboren und Du kamst in den Mittwochs-Singkreis. Das Singen ist für Dich zu einem Gemeinschaftserlebnis geworden, wo du Kontakt zu anderen Familien bekommen hast.
„Es ist einfach eine schöne Atmosphäre im EKiZ und vor allem gemütlich. Hier muss man sich keine Sorgen machen, denn für alles gibt es eine Lösung“. Seit 2001 engagierst Du Dich im EKiZ als Gastgeberin und als Konditorin.
Dein Sohn schafft immer gerne mit, wenn er im EKiZ dabei ist und das machen alle anderen Kinder ebenfalls, die Gelegenheit dazu haben. Die Kinder lieben Dich, Ilona, Deinen respektvollen, bedächtigen Umgang und Deine klaren Ansagen. Du bist eine Künstlerin, lässt Dich nicht aus der Ruhe bringen, bleibst immer gelassen und freundlich. Deine sorgende Haltung tut uns allen gut. Deine Familie und Du werden aus Stuttgart wegziehen, als Gastgeberin am Mittwoch hast du Dich schon verabschiedet, als Backkünstlerin bleibst Du uns dieses Jahr noch treu. Bei Dir kann man in die „Lehre“ gehen, dafür einfach mal montags schnuppern... Wir laben uns noch eine Weile an Deinen Köstlichkeiten und an Deinem Tun und Handeln.
Zum Interview mit Lumturje Music aus dem Kosovo treffe ich mich mit ihr vor dem Raum „Sport und Tanz“ indem sie nebenher mit einer anderen Mutter die Bewegungsbaustelle beaufsichtigt. - Aufgrund der ungemütlichen Wetterlage – es regnet – ist um diese Zeit noch nicht allzu viel los. Es soll um das Thema „Wie wollen wir leben – wie können wir gestalten“ gehen. Lumturje, genannt Lumi ist eine Nachbarin mit Migrationshintergrund der 2. Generation, im Kosovo geboren und in Frankfurt aufgewachsen. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter, Mirella, 5 Jahre. Seit 4 Jahren arbeitet sie ehrenamtlich in der Offenen Kinderbtreuung und ist Hausbesucherin im Projekt Opstapje.
AR: Seit wann kommst Du ins Ekiz und wie hast Du von uns erfahren? LM: Seit circa viereinhalb Jahren. Ich bin immer so vorbei gegangen und irgendwann mal so aus Neugierde auch hier herein. Mit Marie Kruth war ich in einer Krabbelgruppe; die hat sich aufgelöst und dann war EKiZ Pause. Mit den Frauen habe ich mich noch privat zuhause getroffen.
AR: Und dann hast Du Dich hier in der Kinderbetreuung eingebracht? LM: Ja ich habe damals die Çanan gefragt ob ich hier mitarbeiten könnte. Ich musste unter Leute. Und hier konnte ich mein Kind mitnehmen...
AR: In den Medien hört man ja immer über Mangel an Bildung, Kindergartenplätzen usw. Wie geht es Dir dabei? LM: Das kostet alles Geld. Was man machen kann, das mache ich..Melodien singen vorlesen, spielen… AR: Lieder aus dem Kosovo? LM: Ich bin völlig verdeutscht...
AR: Deine Tochter ist ja jetzt im Kindergarten, hattest Du Schwierigkeiten einen Platz für sie zu bekommen? Mittlerweile dürfte es ja ein wenig leichter geworden sein. LM: Nicht wirklich… Bei den Ganztageseinrichtungen habe ich nur Absagen bekommen aber vielleicht war ich auch nicht so überzeugend , habe mich nicht wirklich dahinter geklemmt. Sie ist jetzt sechs Stunden im Kinder-garten und manchmal ist ihr schon das zuviel. Ich wollte sie auch noch bei mir haben. Ich finde es sowieso nicht so gut wenn Kinder schon so früh in die Krippe gehen müssen mit dem Betreungs-schlüssel. Aber klar, wer alleinerziehend ist….oder nur wenig verdient. Wir haben ja auch mit dem Geld zu kämpfen; mein Mann arbeitet in einer Zeitarbeitsfirma und wenn er gerade nichts hat... AR: Was macht er denn beruflich? LM: Gas und Heizungsinstallateur AR: Aber hier gibt es doch so viele Firmen LM: Die müssen aber auch angemessen zahlen und bei einer Miete von 700 € bleibt von 1300 € nicht viel übrig...
AR: Ja. Noch mal zum Thema Kita: Viele Erzieherinnen sind vorwiegend mit Windeln wechseln beschäftigt, da bleibt nicht viel Zeit für Rhythmus und klatschen… LM: Mirella war, dadurch dass sie mit sechseinhalb Monaten schon dabei war, verhältnismäßig schnell sauber...
AR: Was brauchst Du, was wünschst Du Dir für die Zukunft, wie Du Deinen beruflichen Alltag organisieren kannst und dass du und Deine Familie dabei nicht zu kurz komm(s)t? LM: Die Arbeitszeiten müssen stimmen und das Finanzielle natürlich auch. Man möchte ja nicht zittern müssen um den Job, nur weil das Kind krank ist und man möchte auch nicht ständig Extrabetreuung organisieren weil die Arbeitszeiten so sind, Spätschichten oder so. Das würde ich sowieso nicht machen. AR: Was machst Du beruflich ? LM: Ich habe mal als Einzelhandelskauffrau gear-beitet dann eine Ausbildung zur Kosmetikerin angefangen. Eigentlich wollte ich früher mal Psy-chologin werden… AR: Hast Du das Abitur gemacht? LM: Das scheiterte daran, dass meine Eltern mich nicht so unterstützen konnten. Die waren frisch hier aus dem Kosovo und hatten keine richtige Ahnung von dem hiesigen Schulsystem. Also hat mein Vater uns alle auf der Hauptschule ange-meldet, weil er uns die beste Bildung ermöglichen wollte, er dachte Haupt ist das Beste, denn Haupt kommt ja auch in Hauptmann oder Haupt-kommissar vor. Realschule, mit der Mittleren Reife dachte er, äre nicht so gut, weil es ja „ Mittel“ heißt also nur mittelmäßig ist. Ich und dann später mein kleiner Bruder waren auf der Realschule, weil ich da unbedingt hin wollte. Aber alle Anderen waren auf der Hauptschule. Meine Eltern sind nicht richtig informiert worden AR: Wie ist Dein soziales Umfeld gewesen nach der Geburt, hattest Du große Einschnitte im privaten und familiären Kreis, wie wurdet Du und wie hast Du Dich selber wahrgenommen ? LM: Ich habe mich am Anfang schon alleine gelassen gefühlt von den Meisten. Mein Mann hat mich gewürdigt, meine Leistung, aber ich hatte irgendwann ansonsten echt vergessen wie es ist mit Menschen außerhalb zu sprechen. Ich habe viel mit meiner Tochter gesprochen ,das wurde häufig von Anderen mit Argwohn beäugt und manche haben mich wohl für verrückt gehalten. Dabei ist das Sprechen mit dem Kind erwiesenermaßen die beste Bildung für ein kleines Kind… wichtiger als „Englisch im Mutterleib“... AR: Nochmal zu Dir, was würdest du Dir wünschen und was kannst Du für Anregungen geben, wie sich das Leben leichter gestalten lässt? LM: Ich finde Mütter brauchen einfach mehr Ansprache nach der Geburt. Man braucht ein soziales Netz in dem man sich wohl fühlen kann und in dem man aufgefangen wird Das gibt es ja zum Glück jetzt das STÄRKE-Programm. Auch sollten Eltern, insbesondere Migranten besser informiert werden über die Bildungsmöglichkeiten ihrer Kinder wenn möglich auch in ihrer Landes-sprache. Man muss aber auch Eigeninitiative zur Integration von ihnen fordern.
Das Interview führte Antje Reifferscheidt
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